Wappen

Ab dem Anfang des 17. Jahrhunderts wird in der Familie Ribbentrop ein Wappen geführt. Ob in der Zeit vor dem 30-jährigen Krieg die Meyer zu Ribbentrup bereits ein Wappen trugen, lässt sich nicht ausschließen, ist aber nicht mehr nachweisbar. Das Wappen wurde im Laufe der Jahrhunderte nach dem Willen der jeweiligen Träger resp. nach deren Nobilitierung mehrfach modifiziert, zuletzt 1884.

Der „wachsame Kranich“ ist das ursprüngliche Wappentier und kehrt in allen Ribbentrop’schen Wappen wieder. Er hält in seiner erhobenen rechten Kralle eine Kugel, die ihn daran hindert, einzuschlafen; ein Sinnbild für die Träger des Wappens, die ihren Landesherren wachsam und ergeben dienen.

Das Wappen der Familie Ribbentrop zeigt:

  • im Schild einen rechtsgewendetes schreitendes männliches Schaf (Widder)
  • auf dem Schild einen vorwärts gekehrten Spangenhelm, bei welchem die Öffnung mit einem fünf Spangen bestehenden Rost versehen ist
  • als Helmkleinod einen Kranich, der die linke Kralle in den Helmwulst setzt, während er in der erhobenen rechten Kralle eine Kugel trägt
  • blattartig ausgeschnittene Bänder (die Helmdecke), die, in verschiedenartigen Windungen verlaufend, Schild und Helm umgeben.
  • Der Überlieferung nach steht das Wappen sinnbildlich für den Schäferhof, dem Gut Ribbentrup. Mit dem Kranich, dem Vogel der Wachsamkeit, der eine Glaskugel in seiner Kralle hält, sollte die übernommene Verpflichtung, seinem Landesherren gewissenhaft und wachsam zu dienen, symbolisiert werden.

    Das Wappenschild ist blau. Das silberne Schaf steht auf grünem Grund, über allem steht ein silberner Kranich.

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    Das erste überlieferte Wappen stammt von einem Siegel aus dem Jahre 1668.
    Der Träger war der

    Amtmann Barthold Ribbentrop aus Bückeburg
    ca. 1639 – 1671
    Jurist, Sekretär des Grafen Philipp zur Lippe.

    Dieser Siegel, welches in schwarzen Lack eingedruckt ist, zeigt im Schild einen stehenden Kranich, welcher in der echten Kralle eine Kugel trägt. Als Helmzier erscheint ebenfalls der Kopf und Hals eines Kranichs. Zu beiden Seiten des Kleinods stehen die Anfangsbuchstaben des Vor- und Familiennamens des Siegelinhabers.

    Das Wappen unterscheidet sich wesentlich von dem späteren Familienwappen. Der Kranich ist hiernach das ursprüngliche Wappentier.

    Im Lippischen führten die Justizbeamten im 17 Jh. keinen Dienstsiegel mit Landeswappen. Auch bürgerliche, die in landesherrlichen Diensten standen, hatten daher mit Genehmigung des Landesherrn ein Privatsiegel zu führen, um Berichte und Eingaben „amtlich“ siegeln zu können.

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    1724 erscheint in dem Wappen erstmals ein stehendes Schaf und wird damit an die Herkunft der Familie von dem Gut Ribbentrup angeknüpft, mit dem stehenden Kranich als Helmzier. Es wird geführt von

    Amtmann Friedrich Christian Ribbentrop in Barntrup
    1692 – 1735
    Jurist und Domänenpächter

    Das überlieferte Siegel trägt ebenfalls die Anfangsbuchstaben seines Namens rechts, über und links vom Kranich.

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    Sein Sohn übernahm im Wesentlichen das väterliche Wappen, allerdings das Schaf als schreitendes Tier. Es war 1739 der

    Amtsrat Heinrich Christoph Anton Ribbentrop aus Brake
    1704 – 1753
    Jurist, Domänenpächter von Schieder und Amtmann in Barntrup

    Die Anfangsbuchstaben seines Namens stehen rechts und links vom Kranich.

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    Friedrich Karl Anton gen. „Friedrich Chistian“ Ribbentrop aus Rothensiek
    1707 – 1743
    Landwirt und Pächter der Domäne Rotensiek

    lässt dem Schaf eine Fahne hinzufügen. Da dieses Symbol als ein rein kirchliches angesehen werden muss, ist es heraldisch auch nicht zu rechtfertigen.

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    „Friedrich“ Wilhelm Christian Johann v. Ribbentrop
    1768 – 1841
    Verwaltungsjurist, Generalintendant der preußischen Armee
    Chefpäsident der Preußischen Ober-Rechnungskammer, Potsdam

    wurde 1823 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. Mit seiner Nobilitierung wurden seine Verdienste, die er sich insbesondere während der Freiheitskriege erworben hatte, gewürdigt.

    Das Wappenschild besteht aus 4 Feldern und einem blauen Mittelschild. Im letzteren befindet sich ein voranschreitendes silbernes Schaf auf grünem Grund. Im Wappenschild steht in dem 1. und 4. blauen Feld ein geharnischter Schütze mit Pfeil und Bogen auf schwarzer Erde; im 2. und 3. roten Feld ist ein goldener Köcher mit 6 goldenenPfeilen.

    Über dem Wappenschild befindet sich ein stählerner Turnierhelm mit goldenem Halskleinod und goldener adeliger Krone. Über allem steht der silberne Kranich, der in seiner rechten Kralle eine goldene Kugel hält.

    Die Helmdecken sind rechts silbern und blau, links golden und rot.

    Bogenschütze und Köcher mit Pfeilen sind dem Wappen seiner Mutter entnommen, die eine geborene v. Unger war.

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    „Erich“ Georg August Sigismund v. Ribbentrop
    1778 – 1843
    Jurist, kgl. preuß. Wirkl. Geh. Kriegsrat, Geh. Kriegsrat zu Luxemburg
    Intendant des 7. Armeekorps

    wurde 1826 in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. Er war Schwiegersohn des Generaleutnants Hans Joachim Friedrich v. Sydow und ist jüngster Bruder des Generalintendanten Friedrich v. Ribbentrop.

    Seine Bitten, in sein adeliges Wappen die Diestelköpfe aus dem Sydow’schen Wappen mit aufnehmen zu dürfen, wurden ihm verwehrt. Ansonsten wollte er das angestammte Ribbentrop’sche Wappen beibehalten.

    Es ist ein goldenes Wappenschild, worin auf grünem Grund ein rechts gewendetes silbernes Schaf abgebildet ist. Auf dem Wappenschild befindet sich eine blauer Turnierhelm, den die goldene adelige Krone ziert. Auf allem steht der ebenfalls nach rechts gekehrte silber-Kranich, der hier eine goldene Kugel in seiner rechten Kralle trägt.

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    „Karl“ Barthold Sigismund v. Ribbentrop
    1822 – 1893
    Generalleutnant, Inspekteur der 2.Fußartillerieinspektion, Mainz

    wurde 1884 in den erblichen preußischen Adelsstand wegen seiner besonderen Verdienste in den Kriegen 1864 und 1870/71 und in Friedenszeiten als Direktor der Artillerieschule, erhoben.

    Als Wappen führte er ein zweigeteiltes Schild. in dessen oberen roter Hälfte ein silbernes nach rechts schreitendes Schaf und der unteren silbernen zwei gekreuzte Geschützrohre abgebildet sind.

    Auf der Mitte des oberen Schildrandes ruht ein rot gefütterter stahlblauer Turnierhelm, mit goldenen Bügeln und Einfassungen und einem anhängendem goldenen Kleinod. Die goldene adelige Krone schmücht den Helm. Auf allem steht der nach rechts gekehrte silberne Kranich, der eine goldene Kugel in seiner rechten Kralle trägt.